Software-Entwickler

Softwareentwickler – ein Job mit Perspektive

Die Digitalisierung hat inzwischen alle Teile der Wirtschaft erreicht. Manche nennen es die digitale Revolution, unsere Zukunft von Morgen. Die Basistechnologien Internet, Mobile Computing und Cloud Computing haben sich mit rasender Geschwindigkeit entwickelt und es ist kein Ende in Sicht. Inzwischen profitiert die Mehrheit der Industrien davon.

Der Internet-Pionier und Netscape-Mitbegründer Marc Andreessen beschrieb das Phänomen bereits 2011 mit den Worten „Software is eating the world“. Die Frage, ob es sich dabei nur wieder um eine neue „IT-Blase“ handelt, ist inzwischen von der Entwicklung selbst überholt worden.
Der neue Rohstoff der Wirtschaft sind Daten jeglicher Art. Internethändler wie Amazon oder die Auktions-Plattform eBay sind im Grunde Softwarefirmen, die Ihre Software als Dienstleistung für verschiedenste Konsumentengruppen anbieten. Software ist allgegenwärtig, nicht nur in Webshops oder Computerspielen, sondern auch in Autos, Brillen, beim Online-Banking oder in Maschinen. Sogar die Zahnbürste gibt‘s heutzutage mit Smartphone-Anbindung. Und die Verarbeitung und Nutzung von Software benötigt ehrgeizige Entwickler. Entwickler die mit Ihren Aufgaben wachsen, um den Herausforderungen von Heute und von Morgen gerecht zu werden. Kein Wunder, dass „Softwareentwickler“ einer der zukunftsträchtigsten Jobs in unserer sich stetig entwickelnden Technologiewelt ist.

Zwischen Klischee und Wirklichkeit
Laut der Studie “2015 Developer Survey“ von Stack Overflow sind Entwickler im Schnitt 29 Jahre alt und – immer noch – überwiegend männlichen Geschlechts. Auch wenn sie in Festanstellung sind, programmieren sie immerhin noch wöchentlich rund sechs Stunden ihrer Freizeit an eigenen Projekten. Über 40 Prozent von ihnen haben sich sogar das Programmieren selbst beigebracht. Nicht erst die US-Serie „The Big Bang Theory“ hat das Image vom etwas schrulligen, langweiligen, sozialphobischen Nerd zu etwas „Coolem“ gemacht. Doch sind Entwickler alle Nerds oder, die freundlichere Variante, Geeks?

Ja, zwar sitzen sie viel und bequem vor ihrem Bildschirm, darüber hinaus benötigen moderne Softwareentwickler aber unbedingt ein hohes Maß an kommunikativen Fähigkeiten. Denn natürlich müssen alle Anforderungen und Wünsche, die von außen an sie herangetragen werden, verstanden und umgesetzt werden. Dazu sprechen sie mit Kollegen, dem Teamleiter, dem Produktmanager, dem Tester, dem Designer, dem Vertrieb und auch schon einmal mit dem Kunden. Agile Methoden wie Scrum oder Kanban machen den Entwicklungsprozess interaktiver, flexibler, lebendiger und vor allen Dingen eigenverantwortlicher. Das Team steht im Mittelpunkt, die Produktvision ist die Herausforderung und kaum ein Tag ist wie der andere.

Das Berufsbild des Softwareentwicklers wird immer komplexer und differenzierter. Er muss nicht nur ein breites Basiswissen haben, sondern zugleich auch eine hohe Affinität zur Spezialisierung mitbringen. Mobile-Entwickler unterscheiden sich vom Desktop-Entwickler, Softwarearchitekten vom Datenbank-Entwickler. Es gibt Frontend-Entwickler, Backend-Entwickler und UI- und UX-Experten für User Interfaces und User Experience. Eine weitere Spezialisierung ist das Anforderungsmanagement und nicht zuletzt gibt es Experten fürs Testen, also für die Qualitätssicherung. – Dies ist nur eine Auswahl aus der Vielfalt der möglichen Ausprägungen. Softwarehäuser von einer Größe wie Sander & Doll haben mehrere Entwicklerteams mit bestimmten Schwerpunktaufgaben, wie beispielsweise die App-Programmierung oder die Weiterentwicklung der Desktopfeatures. Die Teams setzen sich sowohl aus Berufsanfängern als auch aus „Seniors“ zusammen, so können alle voneinander profitieren.

Wie wird man Softwareentwickler?
Softwareentwicklung ist fast schon ein Lebensgefühl, eine Mischung aus Leidenschaft, Berufung und Sucht. Daher führen auch viele Wege zum Ziel: Wer es theoretischer mag, kann Informatik studieren, man kann aber auch eine Ausbildung machen, beispielsweise zum „Fachinformatiker Anwendungsentwicklung“, viele kommen auch über eine Weiterbildung zur Entwicklung oder bringen es sich selber bei. „Ältere“ (gemeint sind über 40-Jährige) sind häufig in diesen Job „hereingerutscht“, da es in den Anfängen der Softwareentwicklung noch keine anerkannte Ausbildung gab. Im Berufsalltag lässt sich ohnehin nicht immer eine Korrelation zwischen Bildungsweg und praktischem Können und Wissen ausmachen