Bewerbungstipps Teil 3 – Das Vorstellungsgespräch

Mit der Einladung zum Vorstellungsgespräch haben Sie die erste Hürde zum neuen Job überwunden. Ihre Bewerbungsunterlagen haben überzeugt, der Arbeitgeber ist interessiert und möchte sich jetzt einen Eindruck von Ihrer Persönlichkeit verschaffen. Wir verraten Ihnen, worauf in der Praxis geachtet wird.

Im Vorstellungsgespräch präsentieren Sie Ihre eigene Person. Es geht also ums „Menschliche“, um die so genannten „Soft Skills“, wie Teamfähigkeit und Kommunikationsfähigkeit. Passen Sie ins Team? Stimmt die Chemie? Wichtig ist es, hier nichts vorzuspielen, sondern authentisch zu bleiben.

Natürlich wollen Arbeitgeber auch Ihre fachlichen Kenntnisse beurteilen und abklären, ob es Unstimmigkeiten zwischen Ihren Bewerbungsunterlagen und der Realität gibt. Ein weiterer wichtiger Aspekt des Gespräches ist es, Ihrerseits herausfinden, ob der Arbeitgeber zu Ihnen passt. Sie sind kein Bittsteller, sondern haben etwas anzubieten.

Organisatorische Vorbereitung
Sorgen Sie dafür, dass Sie pünktlich zum vereinbarten Termin erscheinen können. Planen Sie daher die Anreise genau und kalkulieren Sie mögliche Verzögerungen wie Staus oder Zugverspätungen mit ein. Stellen Sie alle wichtigen Unterlagen zusammen, wie beispielsweise Arbeitsproben oder Zeugnisse. Statten Sie sich mit Notizblock und Stift aus und notieren Sie sich bereits vorab einige Fragen.
Machen Sie sich auch rechtzeitig Gedanken über die passende Kleidung. Sie sollte ordentlich und sauber sein und sowohl zur angestrebten Position, als auch zur Branche passen. Im technischen Bereich wird die Kleidung des Bewerbers anders bewertet, als in einer Bank. Und in der IT geht es sicherlich etwas legerer zu als in einer Versicherung. Dennoch sollte die Kleidung dem formellen Anlass gerecht werden, dazu gehören in der Regel mindestens Hemd und Jackett oder Bluse und Blazer. Für Führungspositionen sollten Sie immer ein klassisches Outfit aus Anzug, Hemd und Krawatte beziehungsweise Hosenanzug oder Kostüm wählen. Achten Sie in jedem Fall auf eine gepflegte Gesamterscheinung.

Inhaltliche Vorbereitung
Vergessen Sie nicht, den vereinbarten Termin zu bestätigen, per E-Mail oder per Telefon. Im Falle einer telefonischen Bestätigung oder auch schon bei einer telefonischen Einladung durch den Arbeitgeber kann sich schnell ein kleines Telefon-Interview entwickeln. Darauf sollten Sie vorbereitet sein. Sinnvoll ist es auch, den/die Gesprächspartner zu erfragen, die Sie beim Vorstellungstermin empfangen werden.

Im nächsten Schritt ist es sowohl für Anfänger als auch Berufserfahrene wichtig, sich inhaltlich gut auf das Vorstellungsgespräch vorzubereiten. Informieren Sie sich zunächst über die Firma, Niederlassungen, wirtschaftliche Entwicklung, Firmenphilosophie, Image (über die Homepage oder aus Presseberichten) und gegebenenfalls auch über Ihre Gesprächspartner (hilfreich ist hier Xing).

Wie ein Vorstellungsgespräch im Detail abläuft, lässt sich zwar nur schwer vorhersagen, die Fragen ähneln sich allerdings in den verschiedenen Firmen und auch für verschiedene Stellen. Eine hilfreiche Vorarbeit ist die Beantwortung der Fragen: Wer bin ich, was kann ich und was will ich? Welche Ihrer Kompetenzen sind für den neuen Arbeitgeber besonders wichtig, um anstehende Probleme zu lösen? Hierüber sollten Sie sich grundlegende Gedanken machen. Darüber hinaus gibt es bestimmte Standardfragen zu Ihrer Qualifikation, Motivation und zu Ihrem persönlichen Hintergrund. Diese Auswahl klassischer Fragen sollten Sie ohne Zögern beantworten können:

  • Erzählen Sie uns etwas über sich.
  • Warum bewerben Sie sich auf diese Position?
  • Warum sollten wir gerade Ihnen diese Stelle anbieten?
  • Warum möchten Sie gerade in diesem Tätigkeitsbereich arbeiten?
  • Was wissen Sie über unser Unternehmen?
  • Aus welchem Grund wollen Sie Ihren derzeitigen Arbeitgeber verlassen?
  • Was sind Ihre persönlichen Stärken und Schwächen?
  • Was sind Ihre Erfolge / Misserfolge?
  • Was möchten Sie in einem Jahr (drei oder fünf Jahren) erreicht haben?
  • Was machen Sie in Ihrer Freizeit?
  • Was möchten Sie gerne verdienen?
  • Haben Sie Fragen an uns?

Es ist wichtig, eigene Fragen zu stellen, dies signalisiert Interesse an der angestrebten Position und am Unternehmen. Außerdem ist es meist die einzige Möglichkeit, mehr über das Unternehmen herauszufinden (z. B. Arbeitsklima, Karrierechancen). Und nur wer sich vorher informiert hat, kann auch gezielt fragen. Sie können Fragen zur Stelle, zum Unternehmen, zu Arbeitszeiten, Urlaub, Organisation, Führungsstil und/oder Unternehmenskultur stellen. Beobachten Sie auch Ihre Gesprächspartner. Wirkt ihre Darstellung stimmig, gehen sie kollegial miteinander um? Nicht nur der Arbeitgeber entscheidet sich für einen Bewerber, auch Sie entscheiden sich, ob Sie wirklich in dieser Firma arbeiten möchten.

Der Ablauf des Gesprächs
Im Vorstellungsgespräch verkaufen Sie Ihre eigene Person. Ihre Erscheinung wird von Ihrem Gegenüber als ein Zusammenspiel aus Körperhaltung, Kleidung, Aussehen, sowie Mimik, Gestik und Stimme wahrgenommen. In der Regel entsteht der erste Eindruck bereits in der ersten Minute des Kennenlernens und erzeugt Sympathie – oder eben nicht.

Reichen Sie Ihren Gesprächspartnern die Hand, stellen Sie sich mit vollem Namen vor, sprechen Sie deutlich und in angemessener Lautstärke. Vergessen Sie nicht, sich für die Einladung zu bedanken. Merken Sie sich außerdem die Namen der Gesprächspartner. Sie sind wichtig für die Ansprache während des Vorstellungsgesprächs und für eventuelle Nachfassaktionen.

In der Regel folgt ein Vorstellungsgespräch einem bestimmten Ablauf, beginnend mit der Begrüßung und einem Small Talk. Fragen wie „Wie war die Anreise?“ und „Haben Sie uns gut gefunden?“ dienen der Auflockerung. Antworten Sie stets knapp und freundlich, bleiben Sie aufmerksam und aufgeschlossen. Auch Lachen ist erlaubt, achten Sie jedoch darauf, nicht zu viel über Privates zu plaudern.

Im Folgenden werden sich Ihre Gesprächspartner vorstellen. In den meisten Fällen haben Sie es mit einem Vertreter aus der Fachabteilung und einem Personalsachbearbeiter zu tun. Häufig werden Sie im Anschluss aufgefordert, Ihren Werdegang zu schildern. Beginnen Sie hier antichronologisch bei Ihrer aktuellen Tätigkeit und vermeiden Sie es, einfach nur Ihren Lebenslauf „nachzuerzählen“, denn den kennt Ihr Gegenüber bereits. Sie sollten selbstverständlich auch fachlich Auskunft geben können und zwar in einer strukturierten und auf den angestrebten Job fokussierten Weise. Behalten Sie bei Ihren Ausführungen immer das Stellenangebot und die dort formulierten Anforderungen im Auge.

Es folgen meistens Fragen zu den Gründen für Ihre Bewerbung, zu Ihrer Qualifikation, zu Ihrer Persönlichkeit und zu Ihren Beruflichen Zielen. Achten Sie bei Ihrer Darstellung darauf, einen roten Faden beizubehalten, für Jobwechsel sollten Sie eine gute Begründung parat haben. Belegen Sie außerdem Ihre Ausführungen mit anschaulichen Beispielen – das können bei Berufsanfängern auch Beispiele aus Studium oder Ausbildung sein.

Bewerbungstipps Teil 1: Die Bewerbungsmappe

Bewerbungstipps Teil 2: Die Email-Bewerbung