Bewerbungstipps Teil 1 – Die Bewerbungsmappe

Ihre Bewerbung bestimmt den ersten Eindruck, den ein Unternehmen von Ihnen erhält. Personal- oder Fachabteilungen entscheiden in der Regel innerhalb von wenigen Minuten, ob gerade Sie für die ausgeschriebene Stelle interessant sind oder nicht. Nutzen Sie Ihre Chance! Wir geben Ihnen im Folgenden einige Tipps, wie Sie mit Ihrer Bewerbung überzeugen.

Missverständnisse gibt es bereits darüber, welche Unterlagen zu einer Bewerbung gehören. Wird eine Kurzbewerbung gewünscht, so sind in der Regel nur Anschreiben und Lebenslauf erforderlich. Vollständige Bewerbungsunterlagen enthalten zusätzlich zu Anschreiben und Lebenslauf auch alle für die Position relevanten Zeugnisse sowie eventuelle Arbeitsproben.

Das Anschreiben
Das Anschreiben sollte möglichst nicht länger als eine Seite sein und sich genau auf das Stellenprofil beziehen. Offensichtliche Serienbriefe, die ausschließlich Textbausteine enthalten, werden als erstes aussortiert. Vermeiden Sie auch, Formulierungen aus Bewerbungsratgebern abzuschreiben. Finden Sie lieber Ihren individuellen Stil, der zu Ihnen passt. Vor allen Dingen können Sie mit einem ansprechenden Einstieg viel gewinnen. Warum interessiert Sie diese Position/das Unternehmen und warum sind genau Sie die/der Richtige dafür? Im Folgenden beschreiben Sie, welche Qualifikationen Sie für die Stelle mitbringen. Erläutern Sie, womit Sie die Anforderungen der Stellenbeschreibung erfüllen und belegen Sie dies möglichst mit Beispielen aus Ihrem Berufsalltag. Vermeiden Sie dabei, einfach die Punkte Ihres Lebenslaufes zu wiederholen und achten Sie auf eine klare Gliederung Ihres Anschreibens. Lange Schachtelsätze sind tabu – formulieren Sie kurz und prägnant, die wichtigen Informationen gehören in Hauptsätze. Achten Sie dabei auf korrekte Rechtschreibung und Grammatik, am besten lassen Sie abschließend eine andere Person Korrektur lesen. Und für den Gesamteindruck wichtig: Wählen Sie gutes Papier und eine gut leserliche Schriftart, wie beispielsweise Arial. Sofern Sie eine postalische Bewerbung versenden, legen Sie das Anschreiben lose oben auf die Bewerbungsmappe, es wird nicht hineingeheftet oder geklemmt. Im Falle einer Rücksendung der Unterlagen bleibt das Anschreiben beim Unternehmen, Sie erhalten nur die Mappe mit Lebenslauf und Zeugnissen zurück.

Der Lebenslauf
Der Lebenslauf folgt nach dem Anschreiben. Er wird tabellarisch verfasst: Links stehen die Zeitangaben (Monat und Jahr) und rechts steht die jeweilige Tätigkeit. Insgesamt sollte er nicht mehr als zwei Seiten umfassen. Überlegen Sie daher genau, welche Stationen Ihrer Ausbildung und Ihres Berufslebens wichtig sind und gliedern Sie Ihren Lebenslauf nach passenden Themenbereichen, wie beispielsweise Berufspraxis, Ausbildung, Weiterbildung. Vermeiden bzw. erläutern Sie größere Lücken in der Chronologie. Nennen Sie nur Ihren höchsten Bildungsabschluss, es sei denn, Sie bewerben sich auf einen Ausbildungsplatz. Auch Angaben zu Eltern, Geschwistern oder zur Staatsangehörigkeit sind völlig überholt. Tätigkeiten oder Stationen, die Jahre zurückliegen, sollten nicht im Vordergrund stehen. Bauen Sie daher den Lebenslauf umgekehrt chronologisch auf, das heißt, das Neueste steht immer an oberster Stelle. Unter den Lebenslauf setzen Sie das aktuelle Datum und unterschreiben ihn – klassischerweise mit einem Füller (ein Kugelschreiber tut es aber auch).

Das Foto
In Deutschland ist es immer noch selbstverständlich, den Bewerbungsunterlagen ein Foto hinzuzufügen, obwohl es nach dem Allgemeinen Gleichstellungsgesetz eigentlich nicht mehr erforderlich wäre. Der Vorteil eines Fotos: Es kann spontan Sympathie wecken. Und auch wenn Personaler gerne das Gegenteil behaupten – Der erste Blick gilt in der Regel dem Foto. Was ist also zu beachten? Um ein professionelles Ergebnis zu erzielen, sollten Sie Ihre Bewerbungsfotos von einem Fotografen machen lassen. Absolutes No-Go sind Urlaubsschnappschüsse oder Automatenbilder. Um welche Stelle geht es? – Ein professioneller Fotograf berät Sie dazu, welche Kleidung für die angestrebte Stelle angemessen ist und welche Farben zu Ihnen passen – oder ob ein Schwarz/Weiß-Foto vielleicht besser geeignet wäre. Fotografen händigen heutzutage die Fotos auch digital aus, so dass diese leicht in eine Online-Bewerbung eingefügt werden können. In der Bewerbungsmappe gehört das Foto entweder auf das Deckblatt (soweit vorhanden) oder es wird (rechts oben) in den Lebenslauf eingefügt.

Die Zeugnisse
Die beigefügten Zeugnisse dienen als Beleg Ihrer Angaben im Lebenslauf. Dies können Arbeitszeugnisse oder Zwischenzeugnisse, Zeugnisse der Schule, Hochschule oder der Berufsausbildung, Bescheinigungen über Zusatzqualifikationen oder Weiterbildungen sein. Verwenden Sie ausschließlich die für die Position relevanten Zeugnisse und stellen Sie diese in chronologischer Reihenfolge entsprechend Ihres Lebenslaufens zusammen, beginnen Sie wiederum mit dem aktuellsten. Besonders wichtig sind die Zeugnisse der letzten zehn Jahre. Schulzeugnisse sind nur bei Berufseinsteigern interessant, die noch keine anderen Referenzen haben. Diese können auch Praktikumszeugnisse beifügen. Für Akademiker ist in jedem Fall das Hochschulzeugnis von Bedeutung. Versenden Sie niemals Originale, sondern fertigen Sie gut leserliche Kopien an.

Die Gestaltung
Über Geschmack lässt sich streiten und wenn Sie sich nicht gerade auf einen Kreativ-Job bewerben, sollte die Gestaltung Ihrer Bewerbung nicht vom Inhalt ablenken, sondern diesen dezent unterstreichen. Denken Sie daran, dass Ihre Bewerbung serös wirken soll! Machen es den Personalverantwortlichen leicht: Vergessen Sie weder auf dem Anschreiben noch auf dem Lebenslauf Ihre vollständigen Kontaktdaten, eine Mobil-Nummer ohne Adresse reicht nicht aus. Mit einem zusätzlichen Deckblatt präsentieren Sie Ihr Foto und Ihre Kontaktdaten besonders gut sichtbar. Das Deckblatt ist die erste Seite der Bewerbungsmappe. Die Frage „Mappe oder Klemmhefter?“ lässt sich nur individuell beantworten. Für die Bewerbung auf einen Ausbildungsplatz reicht sicher ein einfacher Klemmhefter. Geht es um Führungspositionen oder akademische Berufe sollten Sie eher eine hochwertige Mappe verwenden. Alte und zerkratze Mappen sind natürlich tabu.

Bewerbungstipps Teil 2: Die Email-Bewerbung

Bewerbungstipps Teil 3: Das Vorstellungsgespräch