Auf den Spuren von Ada Lovelace

Die IT und insbesondere die Software-Entwicklung ist bis heute immer noch eine Männerdomäne und es gibt nur wenige weibliche Vorbilder, an denen sich angehende Entwicklerinnen orientieren können. Im Rahmen des heutigen Girls’Day bei Sander & Doll möchten wir deshalb an die Mathematikerin und Computerpionierin Ada Lovelace erinnern. Sie schrieb bereits 100 Jahre vor dem Bau des Röhrenrechners ENIAC den ersten für eine Maschine gedachten Algorithmus. Sie gilt damit als erste Programmiererin überhaupt und ist Vorbild und Ansporn für Mädchen und Frauen in der IT auf der ganzen Welt.

Ada Lovelace (Augusta Ada Byron King, Countess of Lovelace) wurde vor über 200 Jahren, am 10. Dezember 1815, in London, als Tochter des Dichters Lord Byron und der Aristokratin Anne Isabella Milbanke geboren. Entgegen den damals herrschenden Konventionen bekam Ada eine streng mathematisch-naturwissenschaftliche Erziehung, da die Mutter sie von der „Poesie“ fernhalten wollte, dem Erbe des treulosen Dichter-Vaters. Schon früh entwarf sie Konstruktionspläne für verschiedene Maschinen und korrespondierte mit der berühmten Mathematikern Mary Somerville und dem Mathematiker und Erfinder Charles Babbage.

Mit ihrer herausragenden mathematischen Begabung entwickelte sie 1843 eine Programmiersprache für die Rechenmaschine von Charles Babbage („Analytical Engine“), dem Vorläufer der modernen Computer. Seine Baupläne waren leider den technischen Möglichkeiten der Zeit weit voraus und die Maschine konnte daher nie fertiggestellt werden. Doch trotzdem tüftelte Ada Lovelace einen Algorithmus aus, mit dessen Hilfe die Maschine z. B. Bernoulli-Zahlen hätte berechnen können.

Ada Lovelace wurde Zeit ihres Lebens angefeindet. Eine Frau, die sich für Mathematik und Maschinen interessierte, war der Londoner Society suspekt. Doch sie stand zu ihrer Begabung und scheute sich nicht, ihre Erkenntnisse auch unter ihrem eigenen Namen zu veröffentlichen. Dies in einer Zeit, in der wissenschaftliche Bildung für Frauen nur unter schwersten Bedingungen möglich war, da sie keinen Zugang zu Bibliotheken und Universitäten hatten. Lovelace starb im Alter von 36 Jahren.

Ada Lovelace hinterließ Spuren. Das US-amerikanische Verteidigungsministerium initiierte 1975 die Entwicklung einer universell einsetzbaren Computersprache. Zur Erinnerung an die Computerpionierin wurde diese Sprache ADA genannt. Ihr Name steht heute nicht nur für mehrere Programmiersprachen mit statischer Typbindung, sie ist auch Namensgeberin einer Reihe von Initiativen für Frauen in den sogenannten MINT-Berufen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Ihr Porträt hängt in den Fluren vieler Informatikinstitute.